Jazz’N’More review by Jürg Solothurnmann


cf098mi3 – Free Advice (CF 098)
Note: 4
In eine ähnliche Richtung geht und im selben Umfeld der Bostoner Free Szene bewegt sich der in den 80er Jahren eingewanderte Grieche Karayorgis. Der Pianist studierte am New England Conservatory bei Paul Bley und Dave Holland und publizierte seine CDs bisher meistens bei Leo Records. Auch sein eingefuchstes Trio improvisiert vor allem mit Themen des Leaders, aber in maskierter, abstrahierter Manier auch mit Jazzthemen – diesmal von Ellington, Sun Ra und dem kaum bekannten Bebop-Pianisten Hasaan Ibn Ali. Karayorgis verschmäht Harmonien nicht ganz und liebt auch eng gesetzte Blockakkorde, die zu Clustern werden können. Ellington ist denn auch herauszuhören, nebst Verwandtschaften zu Monk, Tristano und dem frühen Cecil Taylor. Die Bezüge zu den historischen Einflüssen sind hier deutlicher herauszuhören, und oft ist das Aufblicken zu den Autoritäten auch ganz bewusst, z.B. in „Fink Sink Tink“ (die Trioaufnahmen von Ellington, Monk und Mingus). Kommt dazu, dass Nate McBrides in ähnlicher Manier in die Saiten greift wie weiland Mingus.  Insgesamt eine interessante Aufnahme zwischen Free Bop und freier Improvisation, aber weniger kohärent als jene Lantners.

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