Jazz’N’More review by Jürg Solothurnmann


cf094DENNIS GONZALEZ NY QUARTET – Dance of the Soothsayer (Live at Tonic) (CF 094)
Note: 4
Dennis Gonzalez, der in Dallas lebende Trompeter, bildende Künstler, Linguist und Schriftsteller, blieb lange ein Geheimtip (und nur zu finden auf den schwer erhältlichen Labels DAAGNIM, Silkheart und Konnex) – bis er in New York mit dortigen Musikern eine Filiale eröffnete. Gonzalez Spezialität ist die Verschmelzung von Latin Music mit Postbop und panmodalem Free Jazz. Der erste Track zeigt ihn quasi solo als sparsamen Verwerter ganz weniger melodischer Ideen. Dann wird die Groove-Maschine Helias-Thompson angeworfen und die Melodie begibt sich auf eine lange assoziativ-frei entwickelte Spritzfahrt, gefolgt von einem spannenden Pizzicato-Solo von Helias und von Eskelin, der sich hauchend ins Geschehen einschleicht. Mit einem fetten Ton der an Coleman Hawkins erinnert, aber melodisch und rhythmisch frei engagiert er danach Bass und Schlagzeug zu eng verzahnten Interaktionen. Da wird wirklich zusammen gespielt und kommuniziert. Sehr musikalisch ist auch der Beitrag des Schlagzeugers Thompson, der auf den Trommelfellen geradezu spricht (Dance of the Soothsayer’s Tongue) bevor volltönend und gesanglich Gonzalez einsteigt und mit „free latin music“ zum Hüftewackeln animiert. Der Szenenreichtum der Quartettmusik kommt später nochmals besonders in der fünfteiligen „Afrikanu Suite“ zur Geltung. Das Ganze hat etwas Lustvolles und viel Wärme und ist geeignet, auch Skeptiker für frei erfundenen Jazz zu gewinnen.

+ There are no comments

Add yours