Jazz’N’More review by Jürg Solothurnmann


cf104JASON STEIN’S LOCKSMITH ISIDORE – A Calculus of Loss (CF 104)
Note: 4
Ausserhalb der lange dominierenden AACM hat sich in Chicago in der Nachfolge des Multiinstrumentalisten Hal Russell von den 1990er Jahren eine neue Free Jazz-Szene entwickelt mit Exponenten wie Ken Vandermark. Mit diesem und anderen Gruppen im Mittelwesten hat der Bassklarinettist Stein gearbeitet, bevor er als Leader hervorgetreten ist. Aufnahmen von Eric Dolphy veränderten die Perspektive des vormaligen Rockgitarristen total, der darauf bei Charles Gayle und Milford Graves in die Lehre ging. Der junge Stein nimmt eine stilistische Mittelposition ein und kann ebenso groovend melodische Themen weiterspinnen wie auch freie Sound-Improvisationen entwickeln. In langsamen Stücken ist sein rauchiger Sounds mit viel Luft nahe bei Jimmy Giuffre. Zum eher tiefen Tonbereich der Bassklarinette passt das helle Cello von Kevin Davis ausgezeichnet, der fast ausschliesslich pizzicato, aber keineswegs dünn klingende melodisch-rhythmische Silberfäden einwebt. Das Trio hat ein weites dynamisches Spektrum und führt eng verzahnte Diskurse. Luftig und zauberhaft-subtil sticht besonders „Caroline and Sam“ hervor, in dem der musikalische Drummer Pride sparsam das Vibraphon einsetzt. Darauf folgt ein expressiver „Schreiwettbewerb“ zwischen Klarinette und Davis, aber auch dieser musikalisch. Das Trio ist im September übrigens auf Europa-Tournee. js

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