Jazz’n’More review by Jürg Solothurnmann


CF 135WHO TRIO – Less Is More (CF 135)
Note: 4

Lyrizismus mit Spannung: Freie Musik muss nicht immer heftig und auch nicht immer atonal sein. Das schweizerisch-amerikanischen WHO Trio ist schon lange dran. Alle sind mit Postbop, Rockigem und Free Jazz vertraut und können sich darauf verlassen, dass auch spontan interessante Musik entsteht. Die neueste CD thematisiert ausgeprägt Aspekte der Transparenz und Introvertiertheit, groovt aber unterschwellig oft beträchtlich. Gerade der Geniesser Bänz Oester liebt es, mal registrierte Rhythmusmuster auszukosten, während der Kammermusik-erfahrene Hemingway grosse Zurückhaltung übt. Gedudelt wird gewiss nicht und Lücken haben grosses Gewicht. Man geht eher von Satie-artiger Repetition und der balladesken Seite von Paul Bley und Jarrett aus – wenn ein Vergleich nötig ist. In den langen Improvisationen ist das Interplay zentral und der Rhythmus und die melodische Gestalt mutieren allmählich, wobei Wintsch als Kontrast vereinzelt auch abrupte Wechsel wählt und mal auf den Tasten, mal in den Saiten spielt. In „Stardance“ reduziert sich alles auf einen repetierten Klang. Eine ebenso riskante wie unspektakuläre Produktion.

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