Jazz’n’More review by Jürg Solothurnmann


CF 143TRANSIT – Quadrologues (CF 143)
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Improvisationen, die oft wie komponiert klingen. Die Karten werden neu gemischt; die Errungenschaften von europäischer Free Music und Free Jazz verbinden sich auf anderem Niveau mit vororganisierten Strukturen. Arnal, ein Schüler Milford Graves, publiziert bei Clean Feed die zweite CD seines Quartetts – mit dem Braxton-Schüler Misterka und mit dem Trompeter Wooley, seinerseits ein Schüler des immens unbewerteten amerikanischen Free Music-Pioniers Jack Wright. Die vier gehen sehr kooperativ und gleichzeitig selektiv zuwerke und bauen meistens transparente Ereignisse, wobei die Stilistik manchmal näher bei sparsam distanzierter Neuer Musik und manchmal bei groovend kommunikativem Free Jazz liegt. Die zwischen drei und neun Minuten langen Ereignisse enthalten interessante Klang- und Geräuschkombinationen, die getrennt durch Pausen ausgekostet werden. Dadurch ergibt sich eine Vielfalt von Gesten, Gestalten und Aktionen. Mal fliesst die Musik, mal stockt sie, erzählt kleine Geschichten und ist trotz Modernität und Zurückhaltung gut anzuhören. Vielversprechend.

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