Jazz’n’More review by Jürg Solothurnmann


CF 136MICHAEL BLAKE / KRESTEN OSGOOD – Control This (CF 136)
Note: 4

Blake wurde mit den „Lounge Lizzards“ bekannt. Der 45jährige Kanadier in New York ist solide in der Jazztradition verwurzelt und liebt diese offen mit anderen Idiomen zu verbinden. Hier trifft er sich mit dem dänischen Ausnahme-Drummer Osgood, der zwischen Kopenhagen und NYC pendelt und auch mit Sam Riviers, Oliver Lake und Paul Bley gearbeitet hat. Die eng verzahnten Duos sind modal oder panmodal offen gestaltet, doch das Fundament des Blues und der Saxophonistendynastie von Hawkins, Webster und Hodges bis Parker scheint immer durch und erhält eine Parallele mit dem vom Two Beat beeinflussten Trommelspiel. Sechs der sieben Tracks sind Spontankreationen, doch mit vielen Anspielungen auf die Geschichte. Besonders in „Top Hat“ und „Cotton Mouth“ kann Blake neu auch als eloquenter Altsaxophonist entdeckt werden. Mein Favorit: Ellingtons der zehnminütiger „Creole Love Call“ (eine Verneigung vor Rahsaan und Coltrane mit Overdubbing von Tenor, Alto und Soprano), dessen Tenorsolo sich über ganz verschiedene stilistische und emotionale Stadien verwandelt. Tiefe Zwiesprachen meist ohne Längen, die ich mal live erleben möchte.

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