Jazz’n’More review by Jürg Solothurnmann


CF 138PAUL DUNMALL SUN QUARTET – Ancient and Future Airs (CF 138)
Note: 3

Der Brite Dunmall hat einen Draht zur US-Free-Szene. Diese Live-Begegnung ist 2008 in New York aufgenommen worden. Dunmall, der sich ja im Umfeld von Keith Tippett entwickelt hat, ist ursprünglich Coltrane und üppigen Kollektivimprovisationen verpflichtet und liebt auch Jazz-Grooves. Der luftige und eher atmosphärische Charakter dieser Produktion fällt daher auf. Man trifft sich mitten im Atlantik: Dunmal eher weniger coltranesk, und die drei Amerikaner offener, freier. Vielleicht mit Ausnahme von Norton kommen sie nicht von der Free Music und lieben swingende und singende Bop- und Blues-Bezüge – Malaby auffällig strukturbewusst. Vieles erscheint hier nur angedeutet, doch wenn die zwei Tenoristen heftige Höhepunkte erreichen, blickt ihnen Trane wieder über die Schulter. Speziell ist das Duett von Sopransax und Dudelsack (eine Parallele zu Evan Parkers zirkularen Soli). Das ist gutes Handwerk, aber zwischen Balladeskem und abstrakter Klangerforschung gelangt man von diesem zu jenem. Die grosse Länge des ersten der beiden Sets ist nicht zwingend und wahrhaftig etwas „ancient“.

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