Jazz’n’More review by Jürg Solothurnmann


CF 137DENMAN MARONEY QUINTET – Udentity (CF 137) 
Note: 4

Der 60jährige New Yorker Maroney führt den Jazz ins 21. Jahrhundert. Zu seinen Lehrern gehörten Bill Dixon, der Perkussionist/Komponist John Bergamo und Elektroniker und Komponisten wie James Tenney und Morton Subotnick. Scott Joplin, Ellington, Monk und Ornette Coleman  inspirieren ihn ebenso wie John Cage, Stockhausen, Nancarrow und Messiaen. Was er „Hyperpiano“ nennt, ist ein stark präparierter Flügel, dessen Spielweisen er extrem entwickelt hat. Die Sounds der direkt bearbeiteten Saiten ergeben eigenartige Kontraste. Die gut kommunizierenden Rothenberg und Ballou, zwei Stammspieler bei Maroney, sind progressive komponierende Improvisatoren mit „Third Stream“-Erfahrung und einem hoch differenzierten Umgang mit Struktur und Klang. Und Sarin ist ebenfalls mehr als ein blosser Jazzdrummer. Die Bezeichnung „udentity“ für Identität der Untertöne stammt vom Komponisten Harry Partch. Maroney ist engagiert, aber nicht ohne Selbstironie. Seine Kompositionen „Udentity 1-7“ gehen bruchlos in ebenso vielschichtige Kollektivimprovisationen über mit Kombinationen schier disparater Elemente. Besonders frappant sind die Ueberlagerungen ungleicher Tempi und Rhythmen. „Udentity 1“ beginnt das z.B. wie verfremdeter Funk, und „Udentity 2“ bedient sich bei „Blue Trane“. Alles kann mit stilistisch und thematisch einen unerwarteten Verlauf nehmen. Zwar eine Knacknuss, aber auch nach mehrmaligem aufmerksamem Anhören entdeckt man noch Neues.

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